Hinter uns liegen drei ereignisreiche Tage. Mit uns meine ich die 6a unter der Leitung von Frau Kernec'h und den Stammkurs Religion von Frau Armborst, zu dem ich mich zähle.
Denn es stieß Groß auf Klein. Zum ersten Mal kamen die 6a und die 12er zusammen. Doch schnell war eine gewisse Sympathie aufgebaut. Während des gemeinsamen Frühstücks wurde viel erzählt und gelacht.
Nach dem Frühstück fing unser Projekt auch schon an. Denn nun wurden, passend zum Thema, viele der Leckereien genauer unter die Lupe genommen. Wo kommen eigentlich die Sachen her, die wir jeden Tag essen? Wer produziert das ganze? Und haben die Produzenten eigentlich etwas davon?
Um diesen Verhalt genauer zu erläutern wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt.
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Meine Gruppe und ich machten uns auf den Weg und besuchten einen netten Herrn, der ein kleines Bio-Geschäft in der Fußgängerzone führt. Er erzählte uns viele interessante Fakten über so genannte „FairTrade- Produkte“. Das sind Produkte, die unter menschenwürdigen Verhältnissen hergestellt und zu fairen Preisen von den Produzenten gekauft werden. Er gab uns ein interessantes Beispiel: Ein durchschnittlicher spanischer Tomatenbauer, dessen Arbeiter täglich Tonnen an Tomaten für den deutschen Markt ernten, verdient in etwa 2€ am Tag! Ein Bio- Bauer, dessen Ernte unter den FairTrade-Bedingungen verkauft wird, verdient durchschnittlich 15€ in der Stunde!
Desweiteren geht es bei FairTrade nicht nur um den Preis, sondern auch um den Inhalt!
Zum besseren Verständnis gab er uns ein weiteres Beispiel: Die konventionelle Nuss-Nougat-Creme Nu***la kann gerade einmal einen Nussgehalt von etwa 12% vorweisen. Ganz anders Bio- Hersteller wie „Rapunzel“, diese setzen auf einen Nussgehalt von bis zu 70%.
Die Frage erübrigt sich nun wohl, was dafür spricht den ein oder anderen Euro mehr für faire und qualitativ hochwertige Bioware auszugeben...
Jeder musste sich auf einer eigens kreierten Kollage darstellen und diese später dem Kurs vorstellen. Hierbei sollte vor allem auf die Darstellung der Werte geachtet werden. -Auf was kann man in seinem Leben nicht verzichten? Was stört einen an sich selbst? Was tut man, um anderen zu helfen? Was will man noch tun bzw. erreichen?- Jeder musste sich mit diesen elementaren Dingen auseinandersetzen. Über Handlungen nachdenken, die er noch lange nicht getätigt hat. Nicht jedem fiel das leicht. Denn obwohl es nur Zeitungausschnitte waren und oft belanglose Werbung, verknüpften viele ihre tiefsten Wünsche damit. Die meisten redeten erstaunlich offen über ihre Familie, über ihre Freunde und über Dinge, die sie eines Tages erreichen wollen.
Unsere Plakate hingen an den Wänden, ein kleiner Naturkostverkauf war auch vorbereitet, sogar ein Spiel für die kleinen und auch großen Kinder gab es.

Einen Großteil unserer Ausstellung machten die von der 6a und uns 12ern angefertigten Plakate aus. Jedes behandelte eine andere Problemstellung, alle rund um Armut bzw. Reichtum und den (un)fairen Welthandel. Schon lange vor den Projekttagen gingen die Recherchen für viele von uns los. Im Unterricht wurde immer wieder diskutiert, wie wir den den Leuten am besten vermitteln können, wie es da draußen wirklich aussieht.

Natürlich...jeder weiß wie es in der Welt aussieht, doch seltsamerweise sind eben doch viele Leute staunend an unseren Darstellungen stehen geblieben. Vieles wird schnell vergessen oder bedauerlicherweise als nichtig abgetan...
Zu hoffen ist nun nur, dass wir mit diesem kooperativen Projekt jemanden erreichen konnten. Durch so eine kleine, ich will es nennen, Studie soll niemand sein Leben um 180° umkrempeln, aber vielleicht etwas bewusster leben und etwas bewusster einkaufen.
Wir als Kurs werden an diesem Projekt dranbleiben und versuchen einen möglichst umfassenden Blick auf die Missstände dieser Welt zu bekommen.
Joscha Langendorf, MSS 12
19.05.2012 19:27:32
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