Die Fahrt begann am 12. April gegen 7 Uhr am Flughafen Zweibrücken. All die, die zum ersten Mal am Zweibrücker Flughafen ankamen, waren von der überwältigenden Größe beeindruckt. Zu unserem großen Erstaunen kam der zu späte Herr Jonietz nicht in Begleitung von Frau Färber.
Mit Germanwings flogen wir von Zweibrücken nach Berlin, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegten, um dann nach Stockholm weiterzufliegen. Schon gegen 12:15 Uhr landeten wir in Stockholm/Arlanda. Mit dem Zug ging es dann an den Hauptbahnhof, wo einige Schüler bemerkten, dass man in Schweden nicht mit Euros bezahlen kann. Nach der Geldwechslerei ging es zum Hostel STF af Chapman&Skeppsholmen. Kurz vorm Ziel hatte sich die Teilnehmerzahl der Kursfahrt von 34 auf 31 verringert. 3 Personen fehlten. Diese von der Allgemeinheit als „Bremser“ gebrandmarkten, sollten uns auch in den folgenden Tagen noch viel Freude bereiten.

Nach anfänglicher Skepsis wurde uns bald klar, dass wir einen Volltreffer in Bezug auf Frühstück, Abendessen und Unterkunft gelandet hatten. Da einige mit Geschmacksverstimmung die genialen Kartoffelkombinationen verurteilten, stand fast jeden Abend ein Besuch bei der Fastfoodkette mit dem großen "M" auf dem Plan.

Die folgenden Tage waren von Museumsbesuchen, ausgedehnten Wanderungen und Referaten geprägt. Als besondere Highlights blieben uns der Besuch im Vasamuseum und die Altstadt „Gamla-stan“ in Erinnerung. Am Dienstag besuchten wir das königliche Schloss indem das Fotografieren strengstens verboten war.
Am Donnerstagnachmittag erhielten wir eine SMS aus Berlin, die uns vor eventuellen Heimreiseschwierigkeiten warnte. Das Internet, das zum überlebensnotwendigen Medium mutierte, informierte uns darüber, dass eine gewaltige Aschewolke als Folge des Vulkanausbruchs auf Island über Nordwesteuropa zog. Zu diesem Zeitpunkt waren uns deren Auswirkungen noch nicht ganz klar. Freitags erfuhren wir von dem gecancelten Flug und standen mit langen Gesichtern vor den gepackten Koffern. Glücklicherweise konnten unsere Lehrer eine Verlängerung des Hostelaufenthalts plus Umbuchung des Flugs auf Sonntag erreichen. Das Resultat waren tägliche Umzüge, die uns auf ein zum Hostel gehörigen umgebauten Segelschiff oder in ein 18-Mann Schlaflager für die Jungs brachten. Der Schlaf, bedingt durch schnarchende Teilnehmer und nächtliche DVD-Orgien, kam etwas zu kurz.
Samstagabend lagen bei einigen die Nerven blank, andere fingen an zu feiern, da das Abenteuer Stockholm durch erneute Flugstreichung in die nächste Runde ging. Die einen sagten: „Scheiß auf Schweden“, die anderen planten den Kauf eines T-Shirts mit der Aufschrift: „We love Iceland“. Trotz kurzfristiger Verlängerung wurde uns wie gehabt jeden Abend ein Essen (Kartoffeln + X) serviert.
Langsam entwickelte sich die Studienfahrt zu einem Urlaub. Die Planung für die nächsten Tage wurde vom Lehrerteam gut improvisiert. Die Teilnahme an den Freizeitaktivitäten war freiwillig.
Da ein zeitnaher Rückflug nicht zu erwarten war, organisierten Herr Jonietz und Herr Grünewald eine alternative Möglichkeit der Heimreise. Binnen 48 Stunden nach der Kontaktaufnahme mit dem Busunternehmen Andes, stand am Dienstagmittag ein Bus vor unserem Hostel. Zusammen mit einigen Mitfahrern, die die Reisekosten senken sollten, brachen wir nach Trelleborg auf, wo wir um 3 Uhr nachts auf die Fähre auffuhren. In Doppelkabinen konnten wir uns einige Stunden ausruhen. Wieder in Deutschland angekommen, ging es bei Lübeck auf die Autobahn, um den letzten Teil der Reise anzutreten. Durch die lokale Tageszeitung aufmerksam gemacht, meldete sich ein Filmteam des Südwest-Rundfunks, das bei Mainz zusteigen wollte. Dieses befragte verschiedene Schüler nach deren Erlebnissen und auch die Lehrer analysierten und erläuterten die Vorkommnisse vor laufender Kamera. Durch die gute Stimmung nach Hause getragen kamen wir mittwochs gegen 20:15 Uhr, nach 31 Stunden und 35 Minuten Fahrt, in unserer Schule, dem BurgGymnasium an. Die Reportage wurde am darauffolgenden Tag in der Landesschau gesendet.
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch bei unserem Lehrerduo Jonietz und Grünewald für die geile Kursfahrt. Sie haben stets den Überblick behalten und uns sicher nach Hause gebracht. Zusammen waren wir ein tolles Team. Wir würden jederzeit, und damit sprechen wir für alle, wieder mit ihnen diese Kursfahrt antreten.
Daniel Jost, Matthias Löwenstein und Dennis Oppermann
19.05.2012 19:18:06
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